Bludenzer Anzeiger: Christoph Thoma im Gespräch …

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Christoph Thoma wird Mandi Katzenmayer und die ÖVP weiterhin unterstützen ...

Kulturstadtrat legt mit 30. Juni sein Stadtratsmandat zurück. Im Gespräch mit dem Bludenzer Anzeiger blickt er auf sein Jahr als Stadtrat zurück und schreibt über die Zukunftswerkstatt der Bludenzer Volkspartei …

Du warst ein Jahr lang in Doppelfunktion Kulturstadtrat von Bludenz und Geschäftsführer des Bregenzer Stadtmarketings. Beide Tätgkeiten hast du mit vollem Elan ausgeübt. Wie war das möglich?

Mit eiserner Disziplin, Liebe zum Detail und einer Familie im Hintergrund, die das alles mitgetragen hat. Aber ganz offen, meine Akkus sind im Moment ziemlich leer. Bregenz, Bludenz, der Fokus auf die Kulturhauptstadt 2024 und zudem seit Jänner im Schnitt ein Tag pro Woche im Burgenland. Es wird nun Zeit, sich wieder einer Sache zu widmen.

Welche Begegnungen haben dich während deiner Zeit als Stadtrat besonders geprägt?

Die Ehrlichkeit vieler Bürgerinnen und Bürger im persönlichen Gespräch, aber auch die Offenheit, politische Entscheidungen erläutern zu dürfen. Und zudem viele tolle Künstler, die Vereinsarbeit und auch die unglaubliche Erfahrung und Offenheit von Mandi Katzenmayer, der Bludenz umsichtig und mit Hausverstand führt.

Hat dir die politische Funktion durchwegs Freude bereitet?

Ja, immer, ich bereue keinen Tag.

Siehst du in der Bludenzer Stadtpolitik ein kolportiertes „neues Miteinander“?

Ehrlich? Nein. Mario Leiter und seine „Neuen“ sind meiner Einschätzung nach bis heute nicht in der Realpolitik angekommen, insbesondere was es heißt, mit öffentlichem Geld umsichtig umzugehen. Ich verweise nur auf die Forderung nach Gratisparken, einer Innenstadtüberdachung und der sinnlos teuren Valblu-Variante. Vielleicht sollte sich die „Liste Mario Leiter“ etwas mehr an den erfahrenen SPÖ-Stadträten Wolfgang Weiss und Arthur Tagwerker orientieren, die wissen, wie das politische Geschäft funtkioniert. Die FPÖ hingegen mit Joachim Weixlbaumer macht konstruktive, der Sache dienliche Oppositionsarbeit. Auch das braucht die Stadtentwicklung.

Wie hat sich der Start der Zusammenarbeit mit den Grünen gestaltet?

Korrekt, arbeitsintensiv, lösungsorientiert. Wir haben eine Diskussionsbasis, die von wechselseitigem Vertrauen getragen wird. Und im Grunde tut es der ÖVP gut, dass sie sich mit einem Partner und unterschiedlichen Meinungen auseinandersetzen muss.

Gibt es bereits eine Nachfolgeregelung für deine Position des Kulturstadtrats?

Ja, es gibt einen Vorschlag. Ich bitte allerdings um Verständnis, dass dies erst die städtischen Gremien der ÖVP diskutieren werden.

IMG_9383Was kannst du deiner Nachfolge auf den Weg geben?

Offenheit und Diskursfähigkeit sowie einen breiten Rücken. Und vor allem die Gabe, Menschen zuzuhören und aktiv das Gespräch zu suchen.

Inwiefern bleibst du als aktiver Stadtvertreter tätig bzw. wie ist das vom neuen Wohnsitz Eisenstadt aus möglich?

Mein Hauptwohnsitz ist Bludenz, meine Familie wird hier bleiben. Ich werde am Wochenende in meiner Heimat sein. Ich werde meine politische Verantwortung auf den Hinterbänken ernst nehmen. Sowohl in der Kultur- und Wirtschafspolitik wie auch in der Zukunftswerkstatt der Bludenzer ÖVP. Aber ich ziehe mich von der Front zurück.

Ist der Umzug nach Eisenstadt schon im Gange und wie geht deine Familie mit der neuen Situation um?

Ich habe meine Eisenstädter Wohnung bereits bezogen. Mein große Tochter war auch schon ein verlängertes Wochenende in Eisenstadt und wir haben Rust, Mörbisch, Sopron und den Neusiedlersee erkundet. Wir freuen uns auf die gemeinsame Zeit, die wir auch hin und wieder im Burgenland verbringen werden. Der Lebensmittelpunkt meiner Familie bleibt jedoch Bludenz.

IMG_5136Spielt sich im Burgenland in kultureller Hinsicht so viel ab wie in Vorarlberg?

Das Burgenland kann man mit Vorarlberg nicht verglichen, man darf auch nicht vergessen, dass bis vor 26 Jahren der „Eiserne Vorhang“ vor der Haustüre war. Aber die Nähe zu Wien mit all seinen kulturellen Angeboten sind natürlich eine Bereicherung für mich persönlich. Und die Esterházy’schen Standorte mit all seinen Kultur-, Wein- und Kulinarikangeboten werden mich herausforden.

Was sind deine Ziele für die Zukunft?

Ich werde im Moment keine Ziele definieren, denn mein Leben war immer geprägt von Veränderung, von neuen Herausforderungen. Und die stellt sich vordergründig nun im Burgenland. Das naheliegendste Ziel wird Ende August ein Familienurlaub sein: Akkus auftanken, runter vom Gas, Zeit für meine Gattin und meine Töchter.

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