Kein Leitbild für die Schublade

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Der Vorarlberger Süden soll stärker auf die Vorarlberger Kulturlandkarte kommen, die eigenen Stärken weiter ausgebaut werden, und insbesondere darüber reflektiert werden, welche Leuchttürme oder Formate sinnvoll sind.

Kulturentwicklung lebt von transparenten und offenen Dialogen. So konnte letzte Woche ein erster Austausch mit Kulturinitiativen und -vereinen der Region Bludenz geführt werden.

Mit der Wiederwahl von Christoph Thoma zum Kulturstadtrat der Stadt Bludenz wird bekanntlich die Bludenzer Kulturfabrik reaktiviert. Im Fokus stehen dabei ein zeitgemäßer Kulturbegriff sowie eine zukunftsorientierte Kulturpolitik. Vorarlberg Süd ist jener Teil des Landes, dem gerne eine vertiefte Kulturentwicklung nahe gelegt wird. Dem könnte man jedoch auch gegenübertreten, in dem auf einen breiten Kulturbegriff und auf etliche Impulse und Initiativen verwiesen wird. Ein Best-Practise-Modell ist beispielsweise die junge Brandnertaler Initiative Tal schafft Kultur (http://www.tal-schafft-kultur.at).

Vorarlberg Süd

Ein gemeinsamer Nachdenkprozess wurde bereits letzte Woche eingeleitet.

Dieser Dialog wird am 18. September von 17 bis 21 Uhr öffentlich in der Remise Bludenz fortgesetzt werden. Es geht um ein gestärktes kulturelles Selbstbewusstsein für die Bürgerinnen und Bürger und insbesondere für die Kulturakteure. 

Dabei soll der Vorarlberger Süden stärker auf die Vorarlberger Kulturlandkarte kommen, die eigenen Stärken weiter ausgebaut werden, und insbesondere darüber reflektiert werden, welche Leuchttürme oder Formate für den Vorarlberger Süden sinnvoll sind (Stichworte: Industriemuseum, museales Stadtlabor, Museumslandschaft an sich, Kulturräume, öffentlicher Raum, Festials). Es geht auch darum die Wahrnehmung der kulturellen Aktivitäten im Vorarlberger Süden zu stärken und Potenziale und Perspektiven für die kommenden Jahre/Jahrzehnte in Worte und v.a. Maßnahmen und Handlungsempfehlungen zu fassen.

Bludenzer Rolle bei der Kulturhauptstadt-Bewerbung 2024

„Es ist bekanntlich der Wunsch des Landes, dass im Falle einer Bewerbung der vier Rheintalstädte auch Bludenz an der Bewerbung mitwirkt“, stellt Thoma klar, will aber im Vorfeld einige Fragen von den Rheintalstädten beantwortet haben. Eine konkrete, bis dato unbeantwortete Frage, ist die Frage nach der finanziellen Beteiligung. Thoma verweist auch auf die von der EU vorgeschriebene Transparenz des Prozesses, ein stringentes inhaltliches Thema (Dramaturgie)und die Einbindung von Akteuren, insbesondere aus Kunst und Kultur, aber auch weit darüber hinaus. „Dass die mehrfach geäußerte Idee der Rheintalstadt für Bludenz kaum relevant ist, dürfte nachvollziehbar sein“, schließt Thoma. Erst wenn alle Fragen beantwortet sind, wird in den Gremien der Stadt Bludenz über eine mögliche Beteiligung diskutiert werden, “denn”, so Thoma weiter, “ein Kulturprojekt dieser Dimension braucht eine breite politische Unterstützung“.

Gerede in diesem konkreten Zusammenhang gilt es zu prüfen, ob ein eigenständiges Format für den Vorarlberger Süden effizienter wäre, als eine Partnerschaft bei der Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt. Die Stadt Bludenz wird mit der Bludenzer Kulturfabrik proaktiv auf die Partner der Region zugehen und Ideen und Maßnahmen formulieren.

Kein Leitbild für die Schublade

Ziel ist kein umfassendes Strategiepapier oder Leitbild für Bludenz und die Region, denn dies sind meist jene Papiere, die in den Bücherregalen landen, sondern praxisorientierte Handlungsempfehlungen, wie sich das kulturelle Leben in den kommenden 10 bis 15 Jahren in Bludenz und der Region gestalten kann.

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