Kultur in Bludenz: Interview im Bludenzer Anzeiger vom 23. Juni

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Das vollständige Interview finden Sie auf www.christoph-thoma.com

Herr Thoma – nach dem Interview mit Ulrike Dirnbauer im Bludenzer Anzeiger vergangene Woche wollen Sie aus Ihrer Sicht ein paar Dinge klarstellen. Warum?

Vorweg möchte ich Ulrike Dirnbauer für ihre Arbeit für Bludenz danken. Ich bin froh, dass beispielsweise Fremde.Nähe, Kinder.Welten, die Kultur.Nacht oder Cinello immer noch auf dem Programm stehen, sind es doch Programmschienen, die auf eine Zeit vor Ulrike Dirnbauer zurückgehen. Das ist als Bekenntnis zu einer nachhaltigen Programmarbeit zu werten.

Sind die Aussagen von Frau Dirnbauer falsch? Es sind ja im Prinzip subjektive Sichtweisen, die dazu geführt haben, dass sie sich nicht mehr wohl gefühlt hat.

Es liegt mir fern darüber zu urteilen, ob Antworten falsch oder richtig sind. Nur eines gilt es klarzustellen: Kleinkindbetreuung ist ein Angebot für Bludenzer Kinder, für Familien mit Bludenz als Hauptwohnsitz. Ausnahmen sind beispielsweise Beschäftigungsverhältnisse mit der Stadt Bludenz. Und solange wir Bludenzer Kinder auf der Warteliste haben, werden wir keine Kinder aus Nachbargemeinden aufnehmen. Das sind wir allen Bludenzer Familien schuldig.

Angeblich gab es Unstimmigkeiten und viele sehen Frau Dirnbauer – egal wie man ihre Arbeit bewertet hat – als Bauernopfer. Es ist auch nie offen kommuniziert worden, warum der Vertrag nur ein Jahr verlängert werden sollte. Was war das Problem? Was sagen Sie als ehemaliger und jetziger verantwortlicher Kulturstadtrat dazu?

Wir sollten die Emotionen rausnehmen. Wir haben versucht einen gemeinsamen Weg zu finden. Es gab, wie schon aufgelistet, viele Impulse, die wirklich gut waren. Wir schauen nach vorne, müssen weiter an einem Veranstaltungskalender und an der Veranstaltungskoordination arbeiten, die Zusammenführung der Reihen Hin.Hören und Musikmeile steht an. Doppelgleisigkeiten müssen bereinigt werden, das gilt insbesondere für die Kommunikation und Werbung. Die Abstimmung mit dem Verein allerArt müssen wir intensivieren. Und insbesondere müssen wir Synergien zwischen Stadtsaal und Remise herstellen. Das sind Herausforderungen, denen wir uns jetzt stellen werden. Und zudem gilt es das gut aufbereitete Zukunftsleitbild mit Inhalten positiv aufzuladen und insbesondere mit den Bürgerinnen und Bürgern zu diskutieren.

Wir haben immer klar kommuniziert, dass wir den Vertrag verlängern wollen, aber eben befristet auf ein Jahr. Wir wollten dieses eine Jahr auch nutzen, um gemeinsam mit der Geschäftsführung und den Gremien Klarheit zu schaffen, ob wir weiterhin eine gemeinsame Leitung von Stadtmarketing und der Kultur GmbH suchen, ob Kultur wieder als eigenständige GmbH, was sie ja faktisch immer noch ist, oder ob wir diese zurück in die Stadtverwaltung führen. Die Rahmenbedingungen haben sich in den letzten 10 Jahren stark verändert. Diese Frage beschäftigt uns schon seit gut zwei Jahren und wir arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung. Sollten wir erkennen, dass die Zusammenführung nicht ideal war, dann werden wir zu diesem Ergebnis stehen, die Verantwortung übernehmen und dies selbstverständlich korrigieren. Das ist die Verpflichtung von ernstgemeinter Politik für die Bürgerinnen und Bürger. Dazu haben wir uns in der Schwarz-Grünen-Stadtkoalition verpflichtet.

Wird die Stelle öffentlich ausgeschrieben oder intern vergeben?

Selbstverständlich wird die Stelle öffentlich ausgeschrieben. Wir nützen die nächsten 6 Monate, um Antworten auf die formulierten Fragen zu finden. Kultur und Stadtmarketing müssen wieder stärker in städtische Abläufe eingebunden werden. Sie gehören hinkünftig übrigens nicht mehr zum Verwaltungsbereich Finanzen, sondern zum Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Das ist der erste Schritt.

 

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